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Annemarie Delleg

euward-Annemarie-Delleg
Annemarie Delleg ist auf einem Bauernhof in Südtirol aufgewachsen. Sie hat gelernt zu zeichnen, vielmehr, sie hat es sich selbst beigebracht. Sie hat gelernt zu träumen und sie träumt von Rom ("der Stadt der Liebenden"), dem Kuß, ihrer Hochzeit im roten Kleid, den Stars von Cannes, von Meerjungfrauen und Schwangeren. Sie sieht sich als Marketenderin, Magierin, Engel, breitet sich aus in ihren verschiedenen Rollen, probiert Identitäten und Posen, versucht sich in ihren Träumen zu erweitern. Sie kämpft in ihren Bildern um die anschauliche Evidenz dieser Visionen. Zugleich versucht sie dabei "Es" richtig zu treffen und möchte stets "richtig können", was sie tut.

Die Konfliktträchtigkeit dieser Versuche ist in den Bildern nicht nur unübersehbar, sondern sie erst macht das Werk auch interessant und bemerkenswert. Uns, als Betrachter, die nicht nach dem "Können" einer von Down Syndrom betroffenen Kind-Person, sondern nach ihrer Erlebniswirklichkeit fragen, nicht von der anrührenden Repräsentation eines Idylls geblendet, sondern von den, uns selbst betreffenden, Brüchen und Rissen in diesen Bildern erfasst werden, springt sie ins Auge.

Werk

euward-2010-Delleg-Portrait

Das ist bei Delleg die offenkundige Bemühung, in der Richtigkeit und Wahrhaftigkeit miteinander streiten und dabei zum Teil Verzeichnungen (Entstellungen) von sprechender Schönheit hervorbringen. Da sind die erheblichen stilistischen Brüche und Disparitäten im Werk, die Orientierungsverluste im bildnerischen Gefüge, welche überall von einer versuchten Unterwerfung unter das Motiv, zuletzt aber von der Unterworfenheit unter das eigene klare Empfinden erzählen


Annemarie Delleg führt über ihre Vorstellungen und Lebensthemen eine offene, dialogische Auseinandersetzung. Sie selbst sieht sich in einer Entwicklung begriffen, einer Selbstentfaltung, die entlang von Bezugspunkten, Leitfiguren, Vorbildern und Idolen verläuft. Geprägt von dem ländlich-bodenständigen Empfinden ihrer bäuerlichen Herkunft, entwirft Delleg die Fern- und Gegenbilder einer individualistischen Existenz. Das eigene Leben erscheint hier in der Projektion, als ihre Zukunft. Dabei ist stets das Singuläre, das Besondere, ja, das Glamouröse das erste Objekt einer positiven Identifikation. Es ist das Streben nach einer Normalität, die sich zuerst an äußeren Zeichen bemisst, und für die auch noch jene Lebensverhältnisse und -vorlagen eine Orientierung darstellen, die uns die fiktionale Wirklichkeit der Medien vermittelt. Dies projektive Denken kennzeichnet ihre Arbeit.

 

Video Preisverleihung 2007
Hier können Sie sich ein Video zur euward Preis- verleihung von 2007 anschauen. weiter
Kontakt
Klaus Mecherlein
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